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Der kulturpolitische Wochenreport (24. KW)
Inklusion in Kultur und Medien, Erinnern mit Games, Was tun gegen Hassrede im Netz?, Kulturveranstaltungen trotz Corona – Registrierung für Sonderfondsmittel läuft, Text der Woche: Sabine Verheyen "Bringt die Kultur zurück!", Ein schönes Buch: Handbuch Gameskultur.



Sehr geehrte Damen und Herren,  

Qualität ist ein Schlüsselbegriff, wenn es um die Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen im Kultur- und Medienbetrieb geht. Qualität heißt, dass Künstlerinnen und Künstler aufgrund ihrer künstlerischen Arbeit beurteilt werden und Wertschätzung und Anerkennung erfahren. Thomas Quasthoff ist ein hervorragender Sänger, Felix Klieser ein ausgezeichneter Hornist. Pete Eckert, Bruce Hall, Sonia Soberats, die drei Fotografen, von denen wir Arbeiten in dem Dossier "Inklusion in Kultur und Medien" zeigen, sind Künstler. Punkt.

Die Künstler streben danach, mit ihrer Kunst und nicht mit ihrer Einschränkung wahrgenommen zu werden. Sie messen sich mit anderen Künstlerinnen und Künstlern ihrer Disziplin und nicht mit anderen Menschen mit Einschränkungen. Es wäre ein wirklicher Qualitätsunterschied in der Berichterstattung, wenn die Kunst von Menschen mit Einschränkungen im Mittelpunkt stünde und nicht die Einschränkung.

Um Qualität geht es aber auch in der Ausbildung. Künstlerische Professionalität fällt nicht vom Himmel, sondern verlangt in der Regel eine entsprechende Ausbildung. In der Ausbildung wird nicht nur die eigene künstlerische Persönlichkeit ausgebildet, es geht auch um künstlerische Techniken, den Umgang damit und deren Perfektion im eigenen Schaffen. Kunst- und Musikhochschulen haben vielfach noch einen Nachholbedarf in der Ausbildung von Künstlerinnen und Künstlern mit Einschränkungen. Teilweise scheitert die Aufnahme von Studierenden mit Einschränkungen an baulichen Barrieren. Entscheidender sind aber die Barrieren im Kopf. Diese Barrieren einzureißen, anderes zuzulassen, kommt allen zugute.

Die Qualitätsfrage muss auch an die alltäglichen Konsumgüter und die Räume, die uns umgeben, gestellt werden. Produkte, die gut zu bedienen sind, die Komfort und Schönheit vereinen, erfreuen alle und sind nicht nur von Menschen mit Einschränkungen besser zu nutzen. Orte, die gut zu erreichen sind, die hell sind und deren Akustik überzeugt, senken nicht nur Barrieren für Menschen mit Einschränkungen, sondern bieten allen Nutzerinnen und Nutzern ein Mehr an Lebensqualität.

Vermittlungsqualität ist eine zentrale Kategorie in der kulturellen Bildung sowie Kulturvermittlung. Sie meint, dass möglichst allen Menschen Zugänge zu Kunst und Kultur ermöglicht werden sollen. Damit Teilhabe gelingt, gilt es die bestehenden Vermittlungsformen auf den Prüfstand zu stellen und bestehende Zugangsprobleme zu beseitigen. Leichte Sprache, gut lesbare Beschriftungen, nachvollziehbare Leitsysteme und anderes können den Zugang zu Kunst und Kultur für Menschen mit und ohne Einschränkungen erleichtern. Viele öffentliche Kultureinrichtungen stehen in dieser Frage vor einer notwendigen Qualitätsoffensive.

Mehr Inklusion in Kultur und Medien ist kein Gefallen, keine Wohltat gegenüber Menschen mit Einschränkungen. Mehr Inklusion in Kultur und Medien ist die Umsetzung eines Menschenrechts, des Rechts auf Teilhabe. Mehr Inklusion verlangt nach mehr Qualität auf den verschiedenen Ebenen. Dieses Mehr an Qualität kommt der gesamten Gesellschaft zugute.

In einer gemeinsamen Tagung mit dem Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen und des Deutschen Kulturrates wollen wir uns intensiv am 22. Juni 2021 ab 12 Uhr mit der Inklusion im Kulturbereich beschäftigen.

Ziel der Tagung ist es, Einblicke in verschiedene Felder des Kulturbereichs zu gewinnen und gemeinsam mit Expertinnen und Experten zu erkunden, welche guten und nachahmenswerten Beispiele es im Kulturbereich bereits gibt. Welche Herausforderungen bestehen und vor allem, welche Schritte in der Zukunft unternommen werden müssen, damit Menschen mit Behinderungen selbstverständlich in den verschiedenen Tätigkeitsfeldern des Kulturbetriebs arbeiten oder einfach nur Kunst und Kultur genießen können.
  • Hier finden Sie weitere Informationen.
  • Hier geht es zur Anmeldung.
Ihr

Olaf Zimmermann
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates
Twitter: olaf_zimmermann


PS. Lesen Sie mehr zum Thema "Inklusion in Kultur und Medien" im Dossier von Politik & Kultur.




24.06. Erinnern mit Games: Konferenz

Am 24. Juni 2021 lädt die Stiftung digitale Spielkultur Expertinnen und Experten aus der Games-Branche und Erinnerungskultur ein, um gemeinsam zu erörtern, wie eine sensible Aufarbeitung der NS-Zeit mit digitalen Spielen möglich ist.

Im Mittelpunkt wird dabei die Frage stehen, welchen Beitrag Games für die historisch-politische Bildung leisten können, ohne die Geschehnisse zu trivialisieren.

Die Konferenz richtet sich auch an Menschen, die bisher eher wenig Berührungspunkte mit dem Medium Games hatten.

Der Deutsche Kulturrat ist Kooperationspartner der Veranstaltung.

  • Informationen zu allen Speakern und Speakerinnen und Programmpunkten der hybriden Fachkonferenz am 24. Juni 2021 jetzt hier online.
  • Kostenlose Anmeldung bis zum 21. Juni 2021 ist hier möglich.



Heute 10 Uhr: Was tun gegen Hassrede im Netz? Online-Talk der Initiative kulturelle Integration und des Deutschen Kulturrates zum Digitaltag 2021

Wo liegen die Grenzen der Meinungsfreiheit im Netz?
Wie wird mit Hassrede im Internet umgegangen?
Welche Verantwortung kommt den Plattformbetreibern, aber auch der Politik zu?
Wie wird Prävention geleistet?
Wie ist das Netzwerkdurchsetzungsgesetz dabei zu beurteilen?  

Antworten auf diese Fragen gibt es heute um 10 Uhr auf YouTube – denn es ist bundesweiter Digitaltag!  
Unsere Gäste zum Thema sind:  
  • Alexandra Koch-Skiba, eco Verband der Internetwirtschaft
  • Sina Laubenstein, Neue deutsche Medienmacher*innen
  • Lutz Mache, Google Deutschland
  • Olaf Zimmermann, Deutscher Kulturrat und Initiative kulturelle Integration
  • Moderation: Barbara Haack 
Weitere Informationen zu unseren Gästen finden Sie hier.  



Kulturveranstaltungen trotz Corona – Registrierung für Sonderfondsmittel läuft

Die Registrierungsmöglichkeit für Mittel aus dem Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen läuft seit Dienstag.

Mit dem Sonderfonds des Bundes für Kulturveranstaltungen sollen Kulturveranstalter ermutigt werden, Veranstaltungen zu planen und vertragliche Verpflichtungen einzugehen, auch wenn die Veranstaltungen aufgrund der Corona-Pandemie voraussichtlich nicht kostendeckend bzw. mit Gewinn durchgeführt werden können. Das gilt für öffentliche und öffentlich-geförderte Veranstaltungen, bei denen die öffentliche Förderung nur einen Teil der Kosten deckt und die Deckungslücke durch Eintrittsgelder erwirtschaftet werden muss. Das trifft auf privatwirtschaftliche Veranstalter zu, die die gesamten Kosten aus Eintrittsgeldern finanzieren und als Unternehmen einen Gewinn erwirtschaften müssen. Für den Fonds stehen bis zu 2,5 Milliarden Euro Fördermittel des Bundes bereit.



Text der Woche: Sabine Verheyen "Bringt die Kultur zurück!"

In Brüssel arbeiten wir derzeit daran, Möglichkeiten für einen EU-weiten Ansatz zur Unterstützung der Kultur- und Kreativsektoren und -industrien zu erkunden, wobei der Schwerpunkt auf der Wiedereröffnung der kulturellen Veranstaltungen und Veranstaltungsorte in Europa liegt. Unser Ziel ist es, eine reibungslose und sichere Rückkehr zu Veranstaltungen und einen koordinierten Ansatz auf der Grundlage gemeinsamer Indikatoren zu diskutieren, der dazu beiträgt, Beschränkungen aufzuheben und gleichzeitig das Vertrauen des Publikums zu stärken, dass die Wiedereröffnung auf verantwortungsvolle Weise erfolgt. Dies wird für das Überleben der Kultur- und Kreativwirtschaft, die von den Beschränkungen, die zur Eindämmung der Pandemie verhängt wurden, besonders stark betroffen ist, von entscheidender Bedeutung sein.

Sabine Verheyen ist Vorsitzende des Kulturausschusses des Europäischen Parlamentes.

Lesen Sie den Text hier!




Ein schönes Buch: Handbuch Gameskultur

Unser "Handbuch Gameskultur" hat es auf die Shortlist der schönsten Deutschen Bücher 2021 in der Kategorie "Sachbuch" geschafft.

Wir gratulieren unserem Buchgestalter Ilja Wanka von 4S.

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier abbestellen.

Deutscher Kulturrat e.V.
Taubenstr. 1
10117 Berlin

Web: kulturrat
E-Mail: post@kulturrat.de

Tel: 030-226 05 28-0
Fax: 030-226 05 28-11

Verantwortlich:
Olaf Zimmermann,
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates