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Der kulturpolitische Wochenreport (07. KW)
Corona trifft Arme extrem hart, Anschlag von Hanau, Jüdisches Leben in Deutschland, Kommentar der Woche, Neuerscheinung


Sehr geehrte Damen und Herren,  

der Kulturbereich ist extrem stark von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen, aber wir wissen, die Ärmsten in unserem Land trifft es oft noch ungleich härter. Hier muss endlich geholfen werden, ohne wenn und aber.

Arm in Corona-Zeiten

Deshalb habe ich den Aufruf des Paritätischen Gesamtverbandes "Corona trifft Arme extra hart - Soforthilfen jetzt!" als Erstunterzeichner unterstützt.

In dem Aufruf wird von der Bundesregierung gefordert:
  • ...die bedarfsgerechte Anhebung der Regelsätze auf mindestens 600 Euro für alle Menschen, die auf existenzsichernde Leistungen wie etwa Hartz IV angewiesen sind. Denn schon vor Corona fehlte es den Armen an Geld für eine ausgewogene, gesunde Ernährung und ein Mindestmaß an sozialer, politischer und kultureller Teilhabe.
  • ...für die Dauer der Krise einen pauschalen Mehrbedarfszuschlag in der Grundsicherung von 100 Euro pro Kopf und Monat. Denn es entstehen durch Corona zusätzliche Bedarfe durch wegfallende Schulessen, Preissteigerungen bei Obst und Gemüse, Mehrausgaben für Hygieneartikel und Masken oder Spielzeug und Bücher für Kinder im Lockdown.
  • ...für die Dauer der Krise ein Verbot von Zwangsräumungen und die Aussetzung von Kreditrückzahlungen, um einkommensarme Menschen vor Corona-bedingtem Wohnungsverlust und Existenznot zu schützen.
Mehr als 130.000 Menschen haben den Aufruf bereits mitgezeichnet. Die Corona-Krise trift viele sehr hart. Leider sind unter den Hartz IV-Empfängern auch viele Menschen aus dem Kulturbereich.

Anschlag von Hanau

Heute jährt sich der rassistisch motivierte Anschlag von Hanau, bei dem  zehn Menschen ermordet wurden. Es ist wichtig, die Opfer nicht zu vergessen, ihre Namen zu nennen: Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar, Kaloyan Velkov. Diese neun Menschen wurden aus rassistischen Motiven ermordet, außerdem ermordete der Täter auch noch seine Mutter.

Das Bewusstsein für die vom Rechtsextremismus ausgehende Gefahr für das friedliche Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft ist seit dem Anschlag in Hanau glücklicherweise gestiegen, aber wir müssen weiterhin  gegen Rassismus aktiv auf allen Ebenen vorgehen. Ich freue mich sehr, dass sich die Mitglieder der vom Deutschen Kulturrat mitgegründeten "Initiative kulturelle Integration" sich gerade jetzt in vielen Aktivitäten eindeutig gegen Rassismus und Ausgrenzung, und für Zusammenhalt in Vielfalt! aussprechen.

Jüdisches Leben

An diesem Sonntag  findet der feierliche Auftakt zu "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" in Köln statt. In Anwesenheit von Bundespräsident Dr. Frank Walter Steinmeier, der auch die Schirmherrschaft dieses besonderen Jubiläumsjahres übernommen hat, wird in der Kölner Synagoge der Startschuss für ein bundesweites Programm von rund tausend Veranstaltungen gegeben.

Die Initiative kulturelle Integration, zu deren Mitgliedern auch der Zentralrat der Juden in Deutschland gehört, beschäftigt sich schon seit geraumer Zeit mit den Themen Erinnerungskultur, Antisemitismus und der Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland heute.

Lesen Sie hierzu:
Das Festjahr zu 1700 Jahre jüdischem Leben in Deutschland lädt dazu ein, die Vielfalt jüdischen Lebens in unserer Mitte wahrzunehmen und sich damit auseinanderzusetzen. Ich wünsche #2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland, trotz der Einschränkungen durch Corona, ein großes, aufmerksames und neugieriges Publikum.

Ihr

Olaf Zimmermann
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates
Twitter: olaf_zimmermann




Am Sonntag startet das Festjahr #2021JLID mit einem großen (digitalen) Festakt: "1700 Jahre jüdischen Leben in Deutschland" wird am 21. Februar 2021 um 16:30 in Das Erste und im deutschen TV-Programm von die Deutsche Welle ausgestrahlt. 

Die Zuschauerinnen und Zuschauer erwartet ein Kaleidoskop dessen, was jüdisches Leben in Deutschland in der Gegenwart ausmacht. Junge Jüdinnen und Juden erzählen von ihren Perspektiven, von ihrem Blick auf die Vergangenheit und den Erwartungen an die Zukunft. Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens betonen die Bedeutung einer gemeinsamen Zukunft – gerade in Zeiten wachsender Anfeindungen – unter Ihnen der Rapper und Buchautor Ben Salomo, die Schauspielerin und Buchautorin Susan Sideropoulos und der Schauspieler Alexander Wertmann

Wo stehen wir heute? Wie gehen wir in die Zukunft? Und wie gut kennen wir uns eigentlich? Diesen Fragen werden auch die prominenten Gäste in ihren Grußworten nachgehen: der Schirmherr des Festjahres #2021JLID, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland Dr. Josef Schuster und der Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln Abraham Lehrer.

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker wird das historische jüdische Viertel zeigen, das zurzeit in einer archäologischen Zone ausgegraben wird; dort entsteht das neue jüdische Museum in Köln. Moderiert wird der Festakt von der Berliner Journalistin Shelly Kupferberg.

  • Das Erste Fernsehen | 21. Februar 2021, 16.30 – 17.30 Uhr
  • WDR Event Livestream | 21. Februar 2021, 15.30 – 18.30 Uhr
  • Deutsche Welle Radioübertragung | 21. Februar 2021, 16.30 Uhr
  • ARD–alpha | 23. Februar 2021, 22.15 Uhr | Wiederholung



Wirtschaftsgipfel: Spitzentreffen für Kulturwirtschaft erforderlich

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier MdB (CDU) tauschte sich am 16. Februar im Rahmen eines Wirtschaftsgipfels mit Vertreterinnen und Vertretern von über 40 Verbänden per Videokonferenz aus. Für den Deutschen Kulturrat nahm die Präsidentin Prof Dr. Susanne Keuchel an dem Treffen teil.

Auf dem Treffen wurde über die aktuelle Lage der Wirtschaft in der Corona-Krise, die Corona-Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz vom 10. Februar 2021, die Wirtschaftshilfen und mögliche Öffnungsperspektiven gesprochen.
Prof. Dr. Keuchel forderte, dass sich den spezifischen Anliegen der Kulturwirtschaft in einem eigenen Format mit dem Bundeswirtschaftsminister gewidmet wird.

Das aktuelle Diskussionspapier des Deutschen Kulturrates „Kultur muss wieder ins Spiel. Jetzt Perspektiven schaffen!“ finden Sie hier.



Kommentar der Woche: Peter Grabowski "Diese Normalität darf nicht zurückkehren: Am Sinn für tatsächliche Relevanz herrscht im Kulturbetrieb erschreckender Mangel"


Beinahe täglich verkündet gerade irgendwo eine Museumsdirektorin, ein Intendant und leider auch gern mal eine Kulturpolitikerin das unmittelbar bevorstehende Ende der Demokratie, wenn die „nach Kultur hungernde“ Bevölkerung nicht ganz flott wieder in den Saal darf. Da fragt man sich nicht nur als journalistischer Beobachter: Ist alles in Ordnung bei euch? Nehmt ihr vielleicht Drogen oder ist es doch … das Virus?

Peter Grabowski ist kulturpolitischer Reporter.


Lesen Sie den Text hier!



Neuerscheinung: Die Auseinandersetzung mit der Geschichte ist nie abgeschlossen


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