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Der kulturpolitische Wochenreport (45. KW)
Inklusion in Kultur und Medien, Gedenken an die Reichspogromnacht 1938, Kulturhaushalt des Bundes, Erklärung der Vielen, 70 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte


Sehr geehrte Damen und Herren, 

Qualität ist ein Schlüsselbegriff, wenn es um die Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen im Kultur- und Medienbetrieb geht. Qualität heißt, dass Künstlerinnen und Künstler aufgrund ihrer künstlerischen Arbeit beurteilt werden und Wertschätzung und Anerkennung erfahren.

Thomas Quasthoff ist ein hervorragender Sänger, Felix Klieser ein ausgezeichneter Hornist. Pete Eckert, Bruce Hall, Sonia Soberats, die drei Fotografen, von denen wir Arbeiten in neuen Dossier des Deutschen Kulturrates "Inklusion in Kultur und Medien" vorstellen, sind Künstler. Punkt.

Die Künstler streben danach, mit ihrer Kunst und nicht mit ihrer Einschränkung wahrgenommen zu werden. Sie messen sich mit anderen Künstlerinnen und Künstlern ihrer Disziplin und nicht mit anderen Menschen mit Einschränkungen. Es wäre ein wirklicher Qualitätsunterschied in der Berichterstattung, wenn die Kunst von Menschen mit Einschränkungen im Mittelpunkt stünde und nicht die Einschränkung.

Um Qualität geht es aber auch in der Ausbildung. Künstlerische Professionalität fällt nicht vom Himmel, sondern verlangt in der Regel eine entsprechende Ausbildung. In der Ausbildung wird nicht nur die eigene künstlerische Persönlichkeit ausgebildet, es geht auch um künstlerische Techniken, den Umgang damit und deren Perfektion im eigenen Schaffen. Kunst- und Musikhochschulen haben vielfach noch einen Nachholbedarf in der Ausbildung von Künstlerinnen und Künstlern mit Einschränkungen. Teilweise scheitert die Aufnahme von Studierenden mit Einschränkungen an baulichen Barrieren. Entscheidender sind aber die Barrieren im Kopf. Diese Barrieren einzureißen, anderes zuzulassen, kommt allen zugute.

Die Qualitätsfrage muss auch an die alltäglichen Konsumgüter und die  Räume, die uns umgeben, gestellt werden. Produkte, die gut zu bedienen sind, die Komfort und Schönheit vereinen, erfreuen alle und sind nicht nur von Menschen mit Einschränkungen besser zu nutzen. Orte, die gut zu erreichen sind, die hell sind und deren Akustik überzeugt, senken nicht nur Barrieren für Menschen mit Einschränkungen, sondern bieten allen Nutzerinnen und Nutzern ein Mehr an Lebensqualität.

Vermittlungsqualität ist eine zentrale Kategorie in der kulturellen Bildung sowie Kulturvermittlung. Sie meint, dass möglichst allen Menschen Zugänge zu Kunst und Kultur ermöglicht werden sollen. Damit Teilhabe gelingt, gilt es die bestehenden Vermittlungsformen auf den Prüfstand zu stellen und bestehende Zugangsprobleme zu beseitigen. Leichte Sprache, gut lesbare Beschriftungen, nachvollziehbare Leitsysteme und anderes können den Zugang zu Kunst und Kultur für Menschen mit und ohne Einschränkungen erleichtern. Viele öffentliche Kultureinrichtungen stehen in dieser Frage vor einer notwendigen Qualitätsoffensive.

Mehr Inklusion in Kultur und Medien ist kein Gefallen, keine Wohltat gegenüber Menschen mit Einschränkungen. Mehr Inklusion in Kultur und Medien ist die Umsetzung eines Menschenrechts, des Rechts auf Teilhabe. Mehr Inklusion verlangt nach mehr Qualität auf den verschiedenen Ebenen. Dieses Mehr an Qualität kommt der gesamten Gesellschaft zugute.

Wie inklusiv ist der Kultur- und Medienbereich? – Diese Frage stellen wir im neu erschienenen Dossier „Inklusion in Kultur und Medien“.
  • Am 19.11.2018 präsentieren wir das Dossier um 14 Uhr im Kino filmkunst 66, Bleibtreustraße 12, 10623 Berlin.
Im Anschluss an die Präsentation zeigen wir den Film „Shot in the Dark“ von Frank Amann, der drei blinde bzw. sehbehinderte Fotografinnen und Fotografen porträtiert: Pete Eckert, Bruce Hall und Sonia Soberats. Von diesen drei Fotografinnen und Fotografen stammen die Bilder des Dossiers.

Seien Sie dabei und machen Sie sich selbst ein Bild, wie inklusiv Kultur und Medien sind. Sie sind herzlich eingeladen! Bitte melden Sie sich bis zum 13.11.2018 unter anmeldung@kulturrat.de an. Das Kino ist nicht sehr groß, deshalb warten Sie nicht zu lange. Ich freue mich auf diese ungewöhliche Präsentation.

Mit freundlichen Grüßen

Olaf Zimmermann
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates
twitter.com/olaf_zimmermann



Heute: Gedenken an die Reichspogromnacht 1938

Der 9. November ist der Tag der Reichspogromnacht, die sich in diesem Jahr zum 80. Mal jährt. Die Erinnerung daran erfüllt mit Scham. Sie ermahnt, wie schnell Feindseligkeit und Hass geschürt werden können und welche Ausmaße diese annehmen können.

Der Deutsche Kulturrat setzt sich entschieden gegen jede Form des Antisemitismus ein.
Lesen Sie das Interview von Theresa Brüheim (Deutscher Kulturrat) mit Barbara Thiele (Head of Digital & Publishing im Jüdischen Museum Berlin und Projektleiterin von Jewish Places) Jewish Places - Jüdisches Leben in Deutschland


Neuerscheinung: Inklusion in Kultur und Medien

Auf 72 Seiten werden in dem neuen Dossier des Deutschen Kulturrates "Inklusion in Kultur und Medien" Antworten auf die Frage „Wie inklusiv ist der Kultur- und Medienbereich?“ gesucht und gefunden.  

Themen sind dabei:  
  • Umsetzung der Behindertenrechtskonvention in Deutschland
  • Pioniere der inklusiven Kulturarbeit
  • Kulturarbeit der Aktion Mensch
  • Inklusive Bildungsarbeit in Kultur und Medien
  • Quoten für Menschen mit Behinderungen in Kultur und Medien
  • Inklusives Museum
  • Konzept "Design für Alle"
  • Darstellung von Vielfalt und Behinderung in Computerspielen
  • Barrierefreie Architekturplanung
  • Musik und Inklusion
  • Bibliotheken ohne Barrieren
  • Hörfilmproduktionen
  • Inklusion in Film, Fernsehen und Theater
  • und viele mehr.
Politik & Kultur, die Zeitung des Deutschen Kulturrates, enthält Dossiers zu verschiedenen Themen. Diese werden herausgegeben von Olaf Zimmermann und Theo Geißler.
  • Die Abonnenten von Politik & Kultur erhalten diese Dossiers kostenlos als Beilage zur Zeitung.
  • Das Dossier mit der ISBN 978-3-947308-14-9 kann für 4,20 Euro im Online-Shop des Deutschen Kulturrates bestellt werden oder im Internet kostenlos als pdf-Datei heruntergeladen werden. Das Dossier ist auch über jede Buchhandlung lieferbar.



Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat gestern zusätzliche Mittel in Höhe von 114 Millionen Euro für die Kultur- und Medienlandschaft und 50 Millionen Euro für die Computerspieleentwicklung in Deutschland bereitgestellt

Nach Informationen des kultur- und medienpolitischer Sprechers der SPD, Martin Rabanus und des haushaltspolitischen Sprechers, Johannes Kahrs, hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages zusätzliche Mittel in Höhe von 114 Millionen Euro für die Kultur- und Medienlandschaft in Deutschland bereitgestellt. 

Der Bundeshaushalt für 2019 soll außerdem Mittel in Höhe von 50 Millionen Euro für die Einführung eines Games-Fonds, mit dem künftig die Computerspieleentwicklung auf Bundesebene gefördert werden soll, erhalten. Der Fonds wird beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur angesiedelt, das bereits in der letzten Legislaturperiode für den Deutschen Computerspielepreis zuständig war.


Einladung zur Pressekonferenz: Erklärung der Vielen


Heute, 09. November 2018, 10.00 Uhr, Max Liebermann Haus, Pariser Platz 7, 10117 Berlin

Mehr als 140 Berliner Kulturinstitutionen sowie deren Berliner und bundesweite Verbände und Organisationen haben die Berliner Erklärung der Vielen gezeichnet.

Mit der Berliner Erklärung der Vielen wird der Zusammenhalt in Kunst und Kultur als Teil des zivilgesellschaftlichen Engagements gegen rechtspopulistische sowie völkisch-nationale Strömungen artikuliert. Aktive der Berliner Kulturlandschaft und ihre Interessensverbände setzen mit dieser Erklärung ein gesellschaftspolitisches Signal, das in unsere tägliche Praxis eingreift.

Zeitgleich finden Pressekonferenzen in Hamburg, Dresden und Düsseldorf statt.

Bei der Pressekonferenz in Berlin sprechen:  
  • Annemie Vanackere, Intendantin HAU-Hebbel am Ufer
  • Berndt Schmidt, Intendant Friedrichstadt-Palast (angefragt)
  • Dietmar Schwarz, Intendant Deutsche Oper Berlin
  • Kathrin Röggla, Vizepräsidentin Akademie der Künste
  • Lilian Engelmann, Geschäftsführerin neue Gesellschaft für bildende Kunst e.V.
  • Marc Grandmontagne, Geschäftsführender Vorstand Deutscher Bühnenverein
  • Olaf Zimmermann, Geschäftsführer Deutscher Kulturrat
  • Shermin Langhoff, Intendantin Maxim-Gorki Theater (angefragt)
  • Moderation: Holger Bergmann, Die Vielen e.V.
Heute, 09. November 2018, 10.00 – 10.45 Uhr
Max Liebermann Haus, Pariser Platz 7, 10117 Berlin


Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, sagte vor der Pressekonferenz: "Haltung zeigen für Toleranz, Vielfalt und Respekt, für Kunst- und Meinungsfreiheit – das ist heute nötiger denn je. Kunst und Kultur müssen immer frei und kritisch bleiben. Wir müssen gemeinsam Solidarität zeigen, wenn Kultureinrichtungen und Künstler bedrängt werden. Dafür setzt sich der Deutsche Kulturrat seit jeher ein. Ich freue mich, dass der Deutsche Kulturrat zu den Erstunterzeichnern der Berliner Erklärung der Vielen gehört."


Einladung 22.11.2018: 70 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Vor 70 Jahren, am 12. Dezember 1948, formulierten die Vereinten Nationen mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte das Wertefundament für die Weltgemeinschaft. Dieses Jubiläum ist Anlass zum Feiern – aber auch Ansporn zum Handeln. Denn überall in der Welt, auch in Deutschland, stellen Teile der Gesellschaft die Menschenrechte in Frage, säen Hass gegen andere Menschen und bedrohen das friedliche Miteinander in unserer offenen und demokratischen Gesellschaft. Damit werden zunehmend auch die Freiheit der Kunst und der Medien in Zweifel gezogen. Gleichzeitig stellen sich viele Kulturschaffende populistischen Bewegungen entgegen und unterstützen Bündnisse im Sinne der Menschenrechte.

Welche Rolle spielen die Menschenrechte im und für den Kulturbereich? Wie können sie im Kulturbereich gestärkt werden? Wie können wiederum Kulturschaffende ihrerseits dazu beitragen, die Menschenrechte zu verwirklichen? Haben Kulturschaffende angesichts der aktuellen Herausforderungen eine besondere Verantwortung für den Einsatz für Menschenrechte? Über diese Fragen möchten wir ins Gespräch kommen.


  • Donnerstag, 22.11.2018, 11:00 – 13:00 Uhr
  • Berlin, Französische Friedrichstadtkirche, Gendarmenmarkt 5, 10117 Berlin

Festrede Prof. Monika Grütters MdB, Staatsministerin für Kultur und Medien

Podiumsdiskussion "Wechselwirkung zwischen Kultur & Menschenrechten"
  • Dalia Grinfeld, Präsidentin der Jüdischen Studierendenunion Deutschland
  • Ulrich Khuon, Präsident des Deutschen Bühnenvereins
  • Prof. Dr. Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte
  • Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats und Moderator der Initiative kulturelle Integration
     
  • Moderation: Harald Asel, Journalist

Die Einladungskarte finden Sie hier!


Online-Anmeldung:  www.dimr.de/menschenrechte | Anmeldefrist: 15.11.2018

Hinweise zur Barrierefreiheit: Der Veranstaltungsort ist rollstuhlgerecht und die Veranstaltung wird in Gebärdensprache übersetzt. Bitte teilen Sie uns bis zum 8.11.2018 mit, wenn Sie besondere Unterstützung benötigen. Angemessene Vorkehrungen treffen wir gerne im Rahmen unserer Möglichkeiten für Sie. Wenden Sie sich in diesem Fall bitte an Tobias Stelzer, Tel.: 030 259 359-13, E-Mail: stelzer@institut-fuer-menschenrechte.de.


Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier abbestellen.

Deutscher Kulturrat e.V.
Taubenstr. 1
10117 Berlin

Web: www.kulturrat.de
E-Mail: post@kulturrat.de

Tel: 030-226 05 28-0
Fax: 030-226 05 28-11

Verantwortlich:
Olaf Zimmermann,
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates