Wird diese Nachricht nicht richtig dargestellt, klicken Sie bitte hier.


Der kulturpolitische Wochenreport (44. KW)
Kulturjournalisten, Nationaler Bildungsrat, Schöne neue Welt, Brexit, TTIP, Wachgeküsst, Erklärung der Vielen, Menschrechte, Politik & Kultur


Sehr geehrte Damen und Herren, 

in meinem Beruf begegnet man vielen Menschen. Politiker, Künstler, Kulturarbeiter aller Couleur, bekannte und noch unbekannte, einige ruhen in sich selbst, andere sind hyperaktiv und nicht wenige verzweifeln an ihrer Arbeit, wegen zu viel oder zu wenig Erfolg. Aber nur in einer Gruppe von Menschen finden sich so viele Unzufriedene wie unter den Kulturjournalisten.

Vielleicht bringt das der Beruf mit sich. Als Journalist schaut man auf die Personen und ihre Arbeiten und urteilt. Gerade im Feuilleton ist das Urteil zuallererst an den eigenen Geschmack gebunden. Als Wirtschaftsjournalist, als Politikjournalist und sogar als Sportjournalist muss ich mich in einem mehr oder weniger strengen Faktenkorsett bewegen. Die Aktienkurse sind stabil, dann brauche ich schon gute Argumente, um den Untergang des Unternehmens zu beschreiben. Eine Partei ist im freien Fall bei den Wählern, dann kann man den Umstand bedauern, aber muss trotzdem die Realität in die eigene Kommentierung mitdenken. Das Gleiche gilt im Sportjournalismus. Nur bei der Kulturberichterstattung zählt nicht selten das eigene Gefühl mehr als jeder Fakt. Denn die Meinung über Kunst ist genauso frei wie die Kunst selbst.

Und diese auf den ersten Blick komfortable Ausgangslage scheint dazu zu führen, dass einige Feuilletonjournalisten wirklich auch alles tun, um nicht mit Fakten behelligt zu werden. Mir ist es in den letzten Wochen mehrmals passiert, dass bekannte Feuilletonisten von großen Zeitungen sagen, vom Deutschen Kulturrat habe ich noch nie etwas gehört. Man stelle sich vor, ein Sportjournalist sagt: »Den Deutschen Olympischen Sportbund kenne ich nicht.« Oder ein Wirtschaftsjournalist sagt: »Der Bundesverband der Deutschen Industrie, was ist das?« Sie wären ihren Job sofort los. Im Feuilleton ist das aber kein Problem. Diese Ignoranz gibt es nicht nur gegenüber dem Deutschen Kulturrat, auf meine Nachfragen wird deutlich, alle großen Kulturverbände sind weitgehend unbekannt.

Die Welt für manchen Feuilletonisten scheint einfach, ein roter Teppich hier, eine Gala dort, hier eine neue Ausstellung, ein neues Buch, ein neuer Film. Informationen außerhalb der Kunstblase sind offensichtlich unerwünscht.

Ich biete Feuilletonjournalisten als Gegenstrategie an, ein Praktikum im Deutschen Kulturrat zu machen. Einmal hautnah zu erleben, was es heißt, unterschiedliche Interessen in einem Kompromiss zu verbinden oder um politische Positionen zu ringen, und zu erkennen, dass die Kunst oftmals nur dadurch möglich wird, dass Verbandsfunktionäre mit der Politik um die notwendigen Rahmenbedingungen kämpfen. Ich freue mich auf viele Bewerbungen!

Mit freundlichen Grüßen

Olaf Zimmermann
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates
twitter.com/olaf_zimmermann





Bildung stärken: Warum Bundesbildungsministerin Anja Karliczek sich für den Nationalen Bildungsrat stark macht

"Wir machen Politik für die Menschen. Auf sie müssen wir hören. Deswegen setze ich mich auch für den Nationalen Bildungsrat ein. Die Kinder in Cloppenburg müssen die gleichen Bildungschancen haben wie die in Füssen, die Kinder in Aachen die gleichen wie in Görlitz. Und Kinder, die von einem Bundesland ins andere ziehen, müssen schnell schulisch den Anschluss finden. Mit dem Nationalen Bildungsrat können wir, Bund und Länder gemeinsam, zeigen, dass wir die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger ernst nehmen und unser Bildungswesen gemeinsam voranbringen."

Lesen Sie den ganzen Text von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hier!







Neuerscheinung: Inklusion in Kultur und Medien

Auf 72 Seiten werden in dem neuen Dossier des deutschen Kulturrates "Inklusion in Kultur und Medien" Antworten auf die Frage „Wie inklusiv ist der Kultur- und Medienbereich?“ gesucht und gefunden.  

Themen sind dabei:  
  • Umsetzung der Behindertenrechtskonvention in Deutschland
  • Pioniere der inklusiven Kulturarbeit
  • Kulturarbeit der Aktion Mensch
  • Inklusive Bildungsarbeit in Kultur und Medien
  • Quoten für Menschen mit Behinderungen in Kultur und Medien
  • Inklusives Museum
  • Konzept „Design für Alle“
  • Darstellung von Vielfalt und Behinderung in Computerspielen
  • Barrierefreie Architekturplanung
  • Musik und Inklusion
  • Bibliotheken ohne Barrieren
  • Hörfilmproduktionen
  • Inklusion in Film, Fernsehen und Theater
  • und viele mehr.
Politik & Kultur, die Zeitung des Deutschen Kulturrates, enthält Dossiers zu verschiedenen Themen. Diese werden herausgegeben von Olaf Zimmermann und Theo Geißler.
  • Die Abonnenten von Politik & Kultur erhalten diese Dossiers kostenlos als Beilage zur Zeitung.
  • Das Dossier mit der ISBN 978-3-947308-14-9 kann für 4,20 Euro im Online-Shop des Deutschen Kulturrates bestellt werden oder im Internet kostenlos als pdf-Datei heruntergeladen werden. Das Dossier ist auch über jede Buchhandlung lieferbar.



Schöne Neue Welt: Einladung zur Veranstaltung des Forums für Umwelt und Entwicklung am 08. und 09. November in Berlin

Zwei Szenarien oder Narrative bilden den Kern der inhaltlichen Auseinandersetzung für die zwei Veranstaltungstage und sollen den roten Faden der Diskussionen darstellen.

Keynotes:

Plan A: Herta Däubler-Gmelin
Plan B: Peter Wahl

Auftaktpanal:

Carsten Neßhöver (SRU)
Jens Schröder (National Geographic, P.M.)
Maritta Strasser (NaturFreunde)
Norbert Lemken (Bayer AG)

Abschlusspanel:

Ernst-Christoph Stolper (BUND)
Kai Niebert (DNR)
Luise Steinwachs (Brot für die Welt)
Olaf Zimmermann (Deutscher Kulturrat)



SZENARIO A skizziert eine Zukunft, in der sich die politischen Kräfteverhältnisse zugunsten der Forderungen aus Zivilgesellschaft verschoben haben. Welche Wege und Entscheidungen haben uns an diesen Punkt gebracht? Wurden die richtigen Weichenstellungen für eine sozial-ökologische Wende in der Landwirtschafts-, Energie-, Klima-, Umwelt, Handels- und Wirtschaftspolitik gestellt? Ist unsere Gesellschaft nun gerechter und demokratischer?
In SZENARIO B wiederum hat sich der neoliberale Trend fortgesetzt und die Konzerne haben ihre Lobbyarbeit erfolgreich vorangetrieben. Schafft es der unerschütterliche Glaube an ständiges Wachstum und technologische Lösungen tatsächlich Antworten auf die dringendsten Herausforderungen unseres Jahrhunderts zu liefern? Wie haben sie das geschafft und wo haben hier die NGOs versagt?


Bei "hartem" Brexit: Kulturrat fordert bilaterales Kulturabkommen mit London

Die Kultur kam bei den Brexit-Verhandlungen zu kurz, sagt Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats. Weil sie erst gar nicht verhandelt wurde. Scheitere das Brexit-Abkommen, brauche es einen Plan B.

Lesen Sie das Gespräch von Stefan Dege (Deutsche Welle) mit Olaf Zimmermann hier nach.


TTIP durch die Hintertür?

Letzte Woche haben sich Verhandler und Experten aus der EU und den USA getroffen und über die geplanten Vereinbarungen zur regulatorischen Kooperation gesprochen.

Schon seit Sommer laufen die Vorbereitungen für ein neues Handelsabkommen zwischen der EU und den USA – kurz: TTIP durch die Hintertür!

Ende Juli hatten EU-Kommissionspräsident Juncker und US-Präsident Trump verkündet, eine Abschaffung aller Zölle, nicht-tarifärer Handelshemmnisse und Subventionen auf industrielle Güter (mit Ausnahme von Autos) anzustreben. Auch der Handel solle ausgebaut werden.
Dass mit den Verhandlungen zwischen EU und USA eine höchst intransparent arbeitende Arbeitsgruppe beauftragt wurde, zeugt nicht gerade davon, dass die EU-Kommission eine Lehre aus den breiten TTIP-Protesten der letzten Jahre gezogen hat.

Lesen Sie zu dem Thema das Buch des Deutschen Kulturrates "TTIP, CETA & CO: Zu den Auswirkungen der Freihandelsabkommen auf Kultur und Medien".


Wachgeküsst: 20 Jahre neue Kulturpolitik des Bundes 1998 – 2008

Bundeskanzlerin Merkel und Kulturstaatsministerin Grütters haben mit einem Festakt am 17. Oktober 20 Jahre neue Kulturpolitik des Bundes im Humboldt Forum mit 700 Gästen gefeiert. 

Das neue Buch "Wachgeküsst" beschreibt diese 20 Jahre neue Kulturpolitik des Bundes 1998 – 2008.

  Bundeskanzlerin Merkel und Kulturstaatsministerin Grütters beim Festakt 20 Jahre BKM im Humboldt Forum.  Foto: Bundesregierung/Bergmann

Wachgeküsst: 20 Jahre neue Kulturpolitik des Bundes 1998 – 2008

Hg. v. Olaf Zimmermann, Redaktion: Gabriele Schulz
ISBN 978-3-947308-10-1, 492 Seiten, 22,80 Euro



Einladung zur Pressekonferenz: Berliner Erklärung der Vielen 09. November 2018, 10.00 Uhr, Max Liebermann Haus, Pariser Platz 7, 10117 Berlin

Mehr als 90 Berliner Kulturinstitutionen sowie deren Berliner und bundesweite Verbände und Organisationen haben die Berliner Erklärung der Vielen gezeichnet.

Mit der Berliner Erklärung der Vielen wird der Zusammenhalt in Kunst und Kultur als Teil des zivilgesellschaftlichen Engagements gegen rechtspopulistische sowie völkisch-nationale Strömungen artikuliert. Aktive der Berliner Kulturlandschaft und ihre Interessensverbände setzen mit dieser Erklärung ein gesellschaftspolitisches Signal, das in unsere tägliche Praxis eingreift:  

Wir – die unterzeichnenden Institutionen und Verbände aus Kunst und Kultur – zeigen gemeinsam, berlin- und bundesweit, Haltung für Toleranz, Vielfalt und Respekt und verpfichten uns, aktiv und nachhaltig dafür zu arbeiten. 
Bei der Pressekonferenz sprechen:  
  • Annemie Vanackere, Intendantin HAU-Hebbel am Ufer
  • Berndt Schmidt, Intendant Friedrichstadt-Palast (angefragt)
  • Dietmar Schwarz, Intendant Deutsche Oper Berlin
  • Kathrin Röggla, Vizepräsidentin Akademie der Künste
  • Lilian Engelmann, Geschäftsführerin neue Gesellschaft für bildende Kunst e.V.
  • Marc Grandmontagne, Geschäftsführender Vorstand Deutscher Bühnenverein
  • Olaf Zimmermann, Geschäftsführer Deutscher Kulturrat
  • Shermin Langhoff, Intendantin Maxim-Gorki Theater (angefragt)
  • Moderation: Holger Bergmann, Die Vielen e.V.
09. November 2018, 10.00 – 10.45 Uhr
Max Liebermann Haus, Pariser Platz 7, 10117 Berlin
Anmeldung bitte an: erklaerung@dievielen.de



Einladung 22.11.2018: 70 Jahre Allgemeine Erklärung der Menschenrechte

Vor 70 Jahren, am 12. Dezember 1948, formulierten die Vereinten Nationen mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte das Wertefundament für die Weltgemeinschaft. Dieses Jubiläum ist Anlass zum Feiern – aber auch Ansporn zum Handeln. Denn überall in der Welt, auch in Deutschland, stellen Teile der Gesellschaft die Menschenrechte in Frage, säen Hass gegen andere Menschen und bedrohen das friedliche Miteinander in unserer offenen und demokratischen Gesellschaft. Damit werden zunehmend auch die Freiheit der Kunst und der Medien in Zweifel gezogen. Gleichzeitig stellen sich viele Kulturschaffende populistischen Bewegungen entgegen und unterstützen Bündnisse im Sinne der Menschenrechte.

Welche Rolle spielen die Menschenrechte im und für den Kulturbereich? Wie können sie im Kulturbereich gestärkt werden? Wie können wiederum Kulturschaffende ihrerseits dazu beitragen, die Menschenrechte zu verwirklichen? Haben Kulturschaffende angesichts der aktuellen Herausforderungen eine besondere Verantwortung für den Einsatz für Menschenrechte? Über diese Fragen möchten wir ins Gespräch kommen.

Programm

11:00 Poetry Slam Tanasgol Sabbagh

11:05 Begrüßung Prof. Christian Höppner, Präsident des Deutschen Kulturrates

11:10 Festrede Prof. Monika Grütters MdB, Staatsministerin für Kultur und Medien

11:30 Podiumsdiskussion "Wechselwirkung zwischen Kultur & Menschenrechten"

  • Dalia Grinfeld, Präsidentin der Jüdischen Studierendenunion Deutschland
  • Ulrich Khuon, Präsident des Deutschen Bühnenvereins
  • Prof. Dr. Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte
  • Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats und Moderator der Initiative kulturelle Integration
     
  • Moderation: Harald Asel, Journalist
12:25 Poetry Slam Tanasgol Sabbagh

12:30 Empfang

Die Einladungskarte finden Sie hier!

Online-Anmeldung:  www.dimr.de/menschenrechte | Anmeldefrist: 15.11.2018

Hinweise zur Barrierefreiheit: Der Veranstaltungsort ist rollstuhlgerecht und die Veranstaltung wird in Gebärdensprache übersetzt. Bitte teilen Sie uns bis zum 8.11.2018 mit, wenn Sie besondere Unterstützung benötigen. Angemessene Vorkehrungen treffen wir gerne im Rahmen unserer Möglichkeiten für Sie. Wenden Sie sich in diesem Fall bitte an Tobias Stelzer, Tel.: 030 259 359-13, E-Mail: stelzer@institut-fuer-menschenrechte.de.



Politik & Kultur 06/2018 jetzt für unsere Newsletterempfänger online

Themen der Ausgabe:
  • 70 Jahre Menschenrechte & Kultur
    Unantastbar: Jubiläum der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte
  • Kultur unter Druck
    Das Beispiel Feine Sahne Fischfilet: Kultureinrichtungen müssen Kunstfreiheit weiter schützen
  • Jüdisches Leben
    Mikrogeschichte für mehr Toleranz: Die Online-Plattform „Jewish Places“ zeigt die religiöse Vielfalt in Deutschland
  • Echte Souveränität
    Steht Europa vor dem endgültigen Bruch?: Was die Europäische Union heute und morgen braucht
  • Medienstaatsvertrag
    Überfällig und doch mutig: Bundesländer zeigen endlich Handlungswillen in der Medienpolitik

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier abbestellen.

Deutscher Kulturrat e.V.
Taubenstr. 1
10117 Berlin

Web: www.kulturrat.de
E-Mail: post@kulturrat.de

Tel: 030-226 05 28-0
Fax: 030-226 05 28-11

Verantwortlich:
Olaf Zimmermann,
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates