Wird diese Nachricht nicht richtig dargestellt, klicken Sie bitte hier.


Der kulturpolitische Wochenreport (42. KW)
Wachgeküsst, Kulturgut Spiel, Jüdischer Zukunftskongress, Erinnerungskultur, Deutschland #vereint


Sehr geehrte Damen und Herren, 

am Mittwoch wurde unser Buch zum zwanzigjähringen Bestehen des Amtes der Kulturstaatsministerin bei der Bundeskanzlerin (BKM) unter dem Titel "Wachgeküsst" in der Akademie der Künste von Kulturstaatsministerin Monika Grütters der Öffentlichkeit vorgestellt.

20 Jahre sind eine lange Zeit. In Lebenszeit gerechnet ist es die Zeit von der Geburt bis zum Erwachsenwerden. Für mich sind die letzten 20 Jahre fast genau die Zeit, die ich Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates sein darf. Für mich war deshalb die Arbeit an dem Buch eine Gelegenheit, mich selbst an diese Zeit und damit an die letzten zwei Jahrzehnte Arbeit zu erinnern, sie noch einmal einzuordnen und in einen Kontext zu setzen.

Ich freue mich sehr, dass die fünf Staatsministerinnen und Staatsminister in den 20 Jahren BKM – Michael Naumann, Julian Nida-Rümelin, Christina Weiss, Bernd Neumann und Monika Grütters – in Interviews sehr persönlich auf ihre jeweilige Amtszeit zurückgeblickt haben.

Ein Dauerthema über die gesamten 20 Jahre war die Entwicklung des Urheberrechts, das an die digitale Welt angepasst werden musste. In diesem Kontext hat das BKM immer wieder die Stimme für die Urheber und die Verwerter künstlerischer Leistungen erhoben und ist damit ein wichtiger Partner für den Kulturbereich. Die Künstlersozialversicherung stand in den vergangenen Jahren so manches Mal im Kreuzfeuer, angefangen von der Absenkung des Bundeszuschusses im Jahr 1999 bis hin zur besseren Prüfung der Abgabepflichtigen. Einige Autorinnen und Autoren erinnern an das erste große Gesetzesvorhaben nach der Installierung des BKM, die Reform des Stiftungs- und des Stiftungssteuerrechts.

20 Jahre Kulturpolitik BKM sind zugleich 20 Jahre Kulturpolitik im Deutschen Bundestag und 20 Jahre Kulturausschuss. Deshalb wird auf die Einrichtung des Kulturausschusses im Deutschen Bundestag 1998 zurückgeblickt und die wichtige und wertvolle Arbeit der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ des Deutschen Bundestages in Erinnerung gerufen. Wichtig ist auch ein umfangreicher Einblick in die umfangreiche Kulturförderpolitik des BKM.    

Die aktuellen kulturpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen zeigen Gemeinsamkeiten und deutliche kulturpolitische Unterschiede auf. Die AfD, das wird im Beitrag ihres kulturpolitischen Sprechers deutlich, besteht auf eine sehr eigene Sicht der kulturpolitischen Welt. 

Mir war bei der Planung des Buches besonders wichtig herauszuarbeiten, dass die Bundeskulturpolitik nicht erst im Jahr 1998 begonnen hat. Ich greife daher zurück und stelle die Bundeskulturpolitik in den Kontext der Gründung der Bundesrepublik, die noch im Schatten der Vergiftung der Kulturpolitik durch die Nationalsozialisten stand. Es ist mehr als verständlich, dass nach 1945 noch eine lange Zeit eine große Skepsis gegenüber der Kulturpolitik bestand. Zu sehr hatten sich Künstler und Kultureinrichtungen in den Dienst nehmen zu lassen. Zu gefügig sind sie der NS-Kulturpolitik gefolgt. Der heutige Umgang mit NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut, auch ein Thema im Buch, zeigt, wie aktuell diese Frage ist.

Die deutsche Einheit stellte die Kulturpolitik vor neue Herausforderungen. Im Einigungsvertrag wurde mit Artikel 35 die Grundlage für ein stärkeres Engagement des Bundes gelegt. Die CDU-geführten Bundesregierungen haben von 1990 bis 1998 ohne viel Federlesen ihre Kompetenzen deutlich ausgeweitet. Der Bund hat kulturpolitische Verantwortung übernommen. Gerhard Schröder hat instinktsicher die Forderung des Deutschen Kulturates nach stärkerer Bündelung und Sichtbarkeit der Bundeskulturpolitik im Wahlkampf 1998 aufgegriffen und mit Michael Naumann einen Kulturstaatsminister ausgewählt, der ohne Scheu und Vorbehalte bestehende Institutionen und scheinbar unumstößliche Aussagen infrage stellt. Der Begriff der "Kulturhoheit als Verfassungsfolklore" steht exemplarisch für dieses Infragestellen der bestehenden Begrifflichkeiten.  

Es ist gut, dass diese Diskussion nun ausgestanden ist und die Länder 20 Jahre nach Gründung des BKM eine Kulturministerkonferenz gegründet haben. Sie wird am 1. Januar 2019 ihre Arbeit aufnehmen. Carsten Brosda, der in "Wachgeküsst" ebenfalls einen Beitrag übernommen hat, wurde als Präsident gewählt. Ich bin gespannt auf die neue, selbstbewusstere Wahrnehmung der Kulturkompetenz der Länder.  

Ein wichtiges Thema im Buch "Wachgeküsst" ist die Einführung eines Staatsziels Kultur im Grundgesetz. Die Enquetekommission Kultur in Deutschland hat es gefordert, der Deutsche Kulturrat will es schon lange und Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat vor wenigen Tagen in der Zeitung "Das Parlament" gesagt, dass es jetzt Zeit für eine Umsetzung ist. 

Es hat sich in den letzten zwanzig Jahren viel getan und es gibt noch viel zu tun.

Mit freundlichen Grüßen

Olaf Zimmermann
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates
twitter.com/olaf_zimmermann




Wachgeküsst: 20 Jahre neue Kulturpolitik des Bundes 1998 – 2008 ist erschienen

Am 27 Oktober 2018 wird die Bundesbehörde "Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien" 20 Jahre alt. Ende der 1990er Jahre als neue Behörde gegründet und organisatorisch an das Bundeskanzleramt angebunden, musste sie ihren Platz erst finden. Es ging einerseits darum, eine eigene Position mit Blick auf die Länder und deren sogenannter Kulturhoheit zu entwickeln und andererseits im Konzert der Bundesministerien zu einer eigenen Stimme zu finden und insbesondere mit Blick auf die Gesetzgebung zu einem eigenständigen Akteur zu werden. Das Buch "Wachgeküsst" beschreibt diesen Weg.

Wachgeküsst: 20 Jahre neue Kulturpolitik des Bundes 1998 – 2008
Hg. v. Olaf Zimmermann
Redaktion: Gabriele Schulz
ISBN 978-3-947308-10-1,
492 Seiten, 22,80 Euro

Das Inhalts- und Autorenverzeichnis kann hier als pdf-Datei geladen werden!
 
Hier kann das Buch bestellt werden! Es ist selbstverständlich auch über jede Buchhandlung lieferbar.


Wachgeküsst - 20 Jahre neue Kulturpolitik des Bundes 1998-2018
Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters spricht bei der Vorstellung des Buches am 17. 10. 2018 in der Akademie der Künste in Berlin.
„Erst 20 Jahre alt und schon so ein umfangreiches Buch, mögen sich manche wundern. Aber es gibt bereits viel zu berichten aus dieser Zeit, die das Amt der Beauftragen der Bundesregierung für Kultur und Medien existiert“, so die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters bei der Vorstellung des Buches am 17.10.2018 in der Akademie der Künste in Berlin. Und weiter sagte sie: „Denn in den 20 Jahren BKM wurde viel erreicht, auch in guter Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturrat. Wir verdanken dieser Zeit zahlreiche herausragende und prägende Errungenschaften für die Kunst-, Kultur- und Medienlandschaft in Deutschland. Das große Verdienst des Deutschen Kulturrates ist es, dass er die Einblicke in dieses neue Kapitel der Bundeskulturpolitik mit großer Sachkenntnis, aber auch Sinn für Unterhaltungswert zusammengetragen hat.“

Unter dem Titel "Wachgeküsst: 20 Jahre neue Kulturpolitik des Bundes 1998-2018" hat der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats jetzt einen Rückblick auf die letzten Jahre Kulturpolitik des Bundes veröffentlicht. Ein Gespräch mit Olaf Zimmermann in WDR 3 Resonanzen vom 17.10.2018 (07:32 Min.) können Sie hier nachhören.


Kulturgut Spiel – Teil unserer Gesellschaft - Wertschätzung, Förderung, Perspektiven

Die Spiele-Autoren-Zunft veranstaltet in Kooperation mit dem Deutschen Kulturrat am 25. Oktober 2018 um 14:00 Uhr in Essen auf der SPIEL‘18 im Saal Panorama (Messe, CC-West) eine Podiumsdiskussion mit dem Thema:

Kulturgut Spiel unter besonderer Berücksichtigung des analogen Spiels als Motor für Bildung, geistige Herausforderung, Zusammenhalt in Familien, Integration, Schaffung von Wir-Gefühl und Vergnügen. Wie kann das theoretische Bekenntnis zum analogen Spiel als Kulturgut nachhaltig in die Praxis umgesetzt werden? Welche Fördermöglichkeiten gibt es?


Eröffnungsrede: Prof. Dr. Susanne Keuchel, Direktorin der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW in Remscheid

Podium:
  • Prof. Dr. Steffen Bogen, Kunsthistoriker (Universität Konstanz) und Spieleautor
  • Erhard Grundl, MdB, Kulturpolitischer Sprecher der Fraktion B‘90/Die Grünen
  • Prof. Christian Höppner, Präsident des Deutschen Kulturrats
  • Prof. Dr. Susanne Keuchel, Direktorin der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW in Remscheid
  • Helge Lindh, MdB, SPD-Fraktion, Ausschuss für Kultur und Medien
  • Bernd Petelkau, MdL-NRW, Sprecher für Kultur der CDU-Fraktion
  • Heiko Windfelder, Verlagsleiter Spielware bei Kosmos
Moderation: Harald Schrapers, Pressereferent, Vorsitzender der Jury Spiel des Jahres e.V.

Download der Einladung als PDF



Jüdischer Zukunftskongress 05.-08.11.2018 in Berlin. Der Deutsche Kulturrat ist Partner des Jüdischen Zukunftskongresses.

Das jüdische Leben in Berlin ist 2018, 80 Jahre nach den Novemberpogromen des Jahres 1938, so vielfältig, wie es nach Zweitem Weltkrieg und Schoa kaum vorstellbar gewesen war. Die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung jüdischen Lebens trifft hier heute auf eine dynamische jüdische Zivilgesellschaft. In Religion, Kultur, Wirtschaft, Politik und Wissenschaft gestalten junge Jüdinnen und Juden nicht nur ihre eigene vielstimmige Gemeinschaft: Sie gestalten unsere Gesamtgesellschaft mit – in Berlin und darüber hinaus.

Dieser neuen Vielfalt ist der Jüdische Zukunftskongress gewidmet, der von der Leo Baeck Foundation in enger Zusammenarbeit mit der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa initiiert wurde und von der Bundeszentrale für politische Bildung wesentlich unterstützt wird.
Kontakt: Leo Baeck Foundation c/o Universität Potsdam, Am Neuen Palais 10, Haus 2, 14469 Potsdam , 030 – 31 80 59 10,  leo.baeck.foundation@t-online.de, www.leo-baeck-foundation.org


Programmhinweis: Erinnerungskultur in Computerspielen WDR3 Forum 21. Oktober 2018, 18.04 - 19.00 Uhr

Historische Szenarios dienen häufig als thematischer Hintergrund für Computerspielwelten – mal das alte Ägypten und die Renaissance, mal der Zweite Weltkrieg und manchmal alternative Realitäten mit eindeutigen geschichtlichen Bezügen. Durch ihre weite Verbreitung können Games auch als Erinnerungsmedien dienen. Wir diskutieren Computerspiele im Kontext von Erinnerungskultur und gesellschaftspolitischer Verantwortung.  
Darüber diskutiert Max von Malotki mit:
  • Jörg Friedrich, Paint Bucket Games
  • Andreas Lange, Computerspielemuseum Berlin
  • Christian Schiffer, Herausgeber, WASD
  • Olaf Zimmermann, Deutscher Kulturrat
Aufnahme vom 22. August 2018, Gamescom, Congress Köln

Redaktion: Karl Karst

Weitere Informationen zu der Sendung finden Sie hier!

Lesen Sie zu diesem Thema auch den Artikel von Felix Zimmermann "Erinnerungskultur braucht den Diskurs - Der gamescom congress 2018".



Aktion „Deutschland #vereint“ – für Demokratie, Solidarität und Rechtsstaat



In Deutschland engagieren sich Millionen Menschen privat, in ihrem Unternehmen, in Vereinen, Parteien und Organisationen für den Zusammenhalt unserer vielfältigen Gesellschaft und gegen Rassismus und Ausgrenzung. Die Allianz für Weltoffenheit, ein Bündnis von neun zivilgesellschaftlichen Organisationen und Verbänden, möchte diesem Engagement eine Bühne bieten.


Engagierte Menschen sind aufgerufen, ihre Fotos zum Thema auf der Webseite www.deutschland-vereint.de hochzuladen. Die Mitmach- und Mutmach-Aktion "Deutschland #vereint" läuft bis zum 9. November 2018. Damit wirbt die Allianz für die Würde des Menschen, wie sie in Artikel 1 des Grundgesetzes garantiert ist. Sie will ein Zeichen setzen für ein weltoffenes und demokratisches Deutschland und tritt jeder Form von Diskriminierung entgegen.

Eine Aktion von:

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier abbestellen.

Deutscher Kulturrat e.V.
Taubenstr. 1
10117 Berlin

Web: www.kulturrat.de
E-Mail: post@kulturrat.de

Tel: 030-226 05 28-0
Fax: 030-226 05 28-11

Verantwortlich:
Olaf Zimmermann,
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates