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Der kulturpolitische Wochenreport (40. KW)
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Positionen,  Jahresbericht 2017, Frankfurter Buchmesse 2018: Welt im Umbruch, 20 Jahre neue Bundeskulturpolitik, Deutschland #vereint


Sehr geehrte Damen und Herren, 

Künstler, Kulturschaffende und Kulturpolitiker sehen die Arbeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks oftmals eher kritisch. Und wer hat sich selbst noch nicht über die eine oder andere vermeintliche "Kulturlosigkeit" von ARD und ZDF mokiert. Interessant dabei ist, dass fast immer das Fernsehen im Fokus der Kritik steht. Der große öffentlich-rechtliche Teil Radio wird nur selten kritisiert, aber auch nur selten gelobt. Und beim Fernsehen fällt auch selten der Blick auf die Dritten Programme, sondern eigentlich stehen Das Erste und das ZDF im Blickpunkt.

Bei dieser Medienkritik aus dem Kulturbereich sind die Kritiker in erster Linie Nutzer des öffentlich-rechtlichen Angebotes, aber mit einer deutlichen kulturellen Vorliebe. Neben der reinen Nutzung spielt der öffentlich-rechtliche Rundfunk aber auch als wirtschaftlicher Partner des Kulturbereiches eine bedeutende Rolle. Wenn man mit Komponisten, Literaten und anderen Künstlern spricht, wird schnell deutlich, dass es ein symbiotisches Verhältnis zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt. Ohne den BR, den SWR, den RBB, den WDR, das ZDF und die anderen öffentlich-rechtlichen Sender würden viele ihre künstlerischen Obsessionen nicht leben können, aber auch die Sender hätten fast kein neues sendefähiges Material.

Intendanten von Theatern, Ausstellungsmacher und andere Menschen aus dem öffentlich finanzierten Kulturbetrieb brauchen den Multiplikator öffentlich-rechtlicher Rundfunk, um ihre Einrichtungen der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Und die Kulturwirtschaft, also die Filmproduktionen, die freien Dokumentarfilmer, die Autoren und freien Journalisten, können meist ohne die Auftraggeber aus den öffentlich-rechtlichen Sendern nicht überleben. Aber ohne die vielen freien Kulturschaffenden und kleine Kulturunternehmen müssten wohl auch die Sender ihren Betrieb rasch einstellen oder zumindest sehr stark einschränken.

Trotz dieser Symbiose sind die Machtverhältnisse zwischen den Sendern und den Kulturschaffenden, nicht nur gefühlt, keineswegs ausgeglichen. Gerade einzelne Künstler und kleine kulturwirtschaftliche Unternehmen fühlen sich den großen Sendern auf Wohl und Wehe ausgeliefert. Und unzweifelhaft ähneln die großen Sender, mit ihren tausenden Mitarbeitern und ihren ausgeklügelten hierarchischen Strukturen, ihren Rechts- und Honorarabteilungen, oft mehr einem Ministerium als einem Kulturbetrieb. Und auch wahr ist, dass viele Mitarbeiter in den Sendern bewusst oder unbewusst diese strukturelle Macht auch ausstrahlen.

Eine Symbiose zwischen zwei so ungleichen Partnern ist kein einfaches Unterfangen. Gerade weil viele Freiberufler aus dem Kulturbereich den öffentlich-rechtlichen Rundfunk brauchen und weil sie die Ungleichgewichtigkeit bei der Zusammenarbeit spüren, sind sie, so meine These, die heftigsten Kritiker des Systems.

Jetzt haben wir uns zur Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks positioniert. Lesen Sie die ausführliche Stellungnahme hier nach.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk leistet, bei aller berechtigten Kritik, einen wesentlichen Beitrag zur demokratischen Meinungsbildung in unserem Land, wofür die Freiheit der Medien und der Berichterstattung Voraussetzung sind. Deshalb brauchen wir, davon bin ich fest überzeigt, gerade heute ARD, ZDF, die Dritten, ARTE, 3Sat und den Deutschlandfunk nötiger denn je.


Mit freundlichen Grüßen

Olaf Zimmermann
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates
twitter.com/olaf_zimmermann


PS. Vor neun Jahren haben Gabriele Schulz, Stefanie Ernst und ich eine ausführliche Studie zum WDR als Kulturakteur unter dem Titel: "Anspruch – Erwartung – Wirklichkeit" vorgelegt. Ich finde, sie ist immer noch lesenswert.





Aktuelle Positionierungen: Zur Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und zur Neuregelungen des Arbeitslosengeld I

Lesen Sie hier: Zur Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks – Stellungnahme des Deutschen Kulturrates zu Auftrag und Struktur des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
Lesen Sie hier: Zu kurz gesprungen – Resolution des Deutschen Kulturrates zu den geplanten Neuregelungen zum Arbeitslosengeld I


Bericht des Deutschen Kulturrates e.V. für das Jahr 2017       

Jedes Jahr veröffentlicht der Deutsche Kulturrat e.V. einen Jahresbericht, um einen Einblick u.a. in die Arbeitsschwerpunkte, die Beratungsfunktion, die Veranstaltungen, die Öffentlichkeitsarbeit, die Projekte und die Mitarbeiterstruktur zu geben.

Viele der Themen, die der Deutsche Kulturrat im Jahr 2017 bearbeitet hat, sind nicht isoliert zu betrachten, sondern sind im Kontext der kontinuierlichen Arbeit zu sehen. Folgende Themen nahmen in der Arbeit des Deutschen Kulturrates im Jahr 2017 besonders viel Raum ein: 
  • die Aufgaben der kulturellen Integration 
  • der Geschlechtergerechtigkeit im Kulturbereich
  • die Debatte um nachhaltige Entwicklung und welchen Beitrag der Kulturbereich zur Diskussion leisten kann 
  • die Bundestagswahl 2017

Weiter hat sich der Deutsche Kulturrat in folgende Debatten eingebracht: 
  • die Reformationsdekade Luther 2017
  • die Teilhabe an kultureller Bildung
  • die soziale Sicherung im Kultur- und Medienbereich
Ausführliche Informationen finden Sie im vom Vorstand und der Geschäftsführung des Deutschen Kulturrates vorgelegten Berichtes für das Jahr 2017.  










Vorankündigung Frankfurter Buchmesse : Welt im Umbruch - Die verblassende Strahlkraft des Westens

Politische, ökonomische und soziale Rahmenbedingungen verändern sich derzeit rasant und mit kaum absehbaren Folgen für das internationale Machtgefüge. Liberal-demokratische Werte und die Idee der offenen Gesellschaft scheinen dabei an Attraktivität zu verlieren. Ein Gespräch mit Perspektiven aus Literatur, regionaler Expertise und Außenkulturpolitik fragt nach dem Umgang mit neuen Herausforderungen in einem internationalen "Wettbewerb der Narrative".

  • Frankfuter Buchmesse,
  • Weltempfang Bühne (Halle 4.1 B 81),
  • 10.10.2018 16:30 - 17:30 Uhr
Eine Diskussionsrunde mit:
  • Juergen Boos (Frankfurter Buchmesse, Direktor)
  • Dr. Andreas Görgen (Auwärtiges Amt, Ministerialdirektor, Leiter der Abteilung Kultur und Kommunikation )
  • Christiane Hoffmann (Journalistin und stellvertretende Leiterin im Hauptstadtbüro des Spiegel)
  • Jürgen Kaube (Journalist und Mitherausgeber der FAZ)
  • Olga Martynova (Autorin und Lyrikerin, Trägerin des Bachmann-Preises 2012, zuletzt erschien „Über die Dummheit der Stunde" )
  • Olaf Zimmermann (Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates )


Vorankündigung: Wachgeküsst - 20 Jahre neue Kulturpolitik des Bundes 1998-2018

Im Oktober 2018 wird die Bundesbehörde "Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien" 20 Jahre alt. Ende der 1990er Jahre als neue Behörde gegründet und organisatorisch an das Bundeskanzleramt angebunden, musste sie ihren Platz erst finden. Es ging einerseits darum, eine eigene Position mit Blick auf die Länder und deren sogenannter Kulturhoheit zu entwickeln und andererseits im Konzert der Bundesministerien zu einer eigenen Stimme zu finden und insbesondere mit Blick auf die Gesetzgebung zu einem eigenständigen Akteur zu werden. Das am 17. Oktober erscheinende Buch beschreibt diesen Weg.

Wachgeküsst - 20 Jahre neue Kulturpolitik des Bundes 1998-2018
Hg. v. Olaf Zimmermann
Redaktion: Gabriele Schulz
Wachgeküsst - 20 Jahre neue Kulturpolitik des Bundes 1998-2018

Bestellen Sie bis zum 16.10.2018 das Buch hier zum Subskriptionspreis von nur 17,10 Euro (incl. Porto und Verpackung) vor.



Aktion „Deutschland #vereint“ – für Demokratie, Solidarität und Rechtsstaat



In Deutschland engagieren sich Millionen Menschen privat, in ihrem Unternehmen, in Vereinen, Parteien und Organisationen für den Zusammenhalt unserer vielfältigen Gesellschaft und gegen Rassismus und Ausgrenzung. Die Allianz für Weltoffenheit, ein Bündnis von neun zivilgesellschaftlichen Organisationen und Verbänden, möchte diesem Engagement eine Bühne bieten.


Engagierte Menschen sind aufgerufen, ihre Fotos zum Thema auf der Webseite www.deutschland-vereint.de hochzuladen. Die Mitmach- und Mutmach-Aktion „Deutschland #vereint“ läuft bis zum 9. November 2018. Damit wirbt die Allianz für die Würde des Menschen, wie sie in Artikel 1 des Grundgesetzes garantiert ist. Sie will ein Zeichen setzen für ein weltoffenes und demokratisches Deutschland und tritt jeder Form von Diskriminierung entgegen.

Eine Aktion von:

Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier abbestellen.

Deutscher Kulturrat e.V.
Taubenstr. 1
10117 Berlin

Web: www.kulturrat.de
E-Mail: post@kulturrat.de

Tel: 030-226 05 28-0
Fax: 030-226 05 28-11

Verantwortlich:
Olaf Zimmermann,
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates