Wird diese Nachricht nicht richtig dargestellt, klicken Sie bitte hier.


Der kulturpolitische Wochenreport (39. KW)
BMBF ohne Zivilgeselllschaft?, Jahresbericht 2017, Frankfurter Buchmesse 2018, Welt im Umbruch, Medienrat Konferenz, 20 Jahre neue Bundeskulturpolitik


Sehr geehrte Damen und Herren, 

die Mitgliederversammlung des Deutschen Kulturrates hat gestern spontan eine Resolution verfasst. Dieser für den Deutschen Kulturrat ungewöhnliche Vorgang zeigt, dass den Kulturverbänden ein Problem auf den Nägeln brennt.

Die Mitgliederversammlung sieht mit Sorge, dass der Dialog, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in früheren Zeiten sehr intensiv mit der Zivilgesellschaft geführt hat, in den letzten Jahren abgenommen hat. Impulse aus der Zivilgesellschaft, die in der Vergangenheit dazu geführt haben, dass ein gelungener Theorie-Praxis-Transfer stattgefunden hat, werden nicht mehr aufgegriffen. Sie stellen aber wichtige Grundlagen für eine zukunftsorientierte positive Weiterentwicklung der kulturellen Bildung und ihrer Strukturen dar.

"Die aktuelle Förderpolitik des Bundesministeriums für Bildung und Forschung konzentriert sich ausschließlich", so die Position der Mitgliederversammlung, "auf die Forschung in Hochschulen. Synergieeffekte, die aus einer kooperativen Zusammenarbeit von Praxis und Theorie entstehen, werden derzeit nicht genutzt. Ganz eingestellt wurde die praxisbezogene Forschung. Die Zivilgesellschaft mit ihren außeruniversitären Einrichtungen, die praxisorientierte Forschung leisten, wird nicht mehr als Wissensakteur an der Schnittstelle von Praxis und Forschung anerkannt."

Darüber hinaus wird nach Ansicht der Mitgliederversammlung des Deutschen Kulturrates der Eigenständigkeit der zivilgesellschaftlichen Akteure in der aktuellen Förderpolitik kein angemessener Raum zuerkannt. Der Eigensinn der Zivilgesellschaft erfährt keine Wertschätzung.

Der Deutsche Kulturrat appelliert deshalb eindringlich an Ministerin Karliczek, den Dialog wieder zu intensivieren und das Potenzial der Zivilgesellschaft in Praxis, Forschung und Theorie für die kulturelle Bildung auf allen Ebenen als Impulsgeber anzuerkennen und zu nutzen. Hoffentlich hört sie die besorgten Worte.

Mit freundlichen Grüßen

Olaf Zimmermann
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates
twitter.com/olaf_zimmermann


PS. Die Resolution der Mitgliederversammlung des Deutschen Kulturrates "Bundesministerium für Bildung und Forschung soll Dialog zur kulturellen Bildung mit Zivilgesellschaft wieder aufnehmen" kann hier nachgelesen werden.



Bericht des Deutschen Kulturrates e.V. für das Jahr 2017       

Viele der Themen, die der Deutsche Kulturrat im Jahr 2017 bearbeitet hat, sind nicht isoliert zu betrachten, sondern sind im Kontext der kontinuierlichen Arbeit zu sehen. Folgende Themen nahmen in der Arbeit des Deutschen Kulturrates im Jahr 2017 besonders viel Raum ein: 
  • die Aufgaben der kulturellen Integration 
  • der Geschlechtergerechtigkeit im Kulturbereich
  • die Debatte um nachhaltige Entwicklung und welchen Beitrag der Kulturbereich zur Diskussion leisten kann 
  • die Bundestagswahl 2017
Weiter hat sich der Deutsche Kulturrat in folgende Debatten eingebracht: 
  • die Reformationsdekade Luther 2017
  • die Teilhabe an kultureller Bildung
  • die soziale Sicherung im Kultur- und Medienbereich
Ausführliche Informationen finden Sie im vom Vorstand und der Geschäftsführung des Deutschen Kulturrates vorgelegten Berichtes für das Jahr 2017.  


Spezial zur Frankfurter Buchmesse in Politik & Kultur 5/18

Gestern fand in Berlin die Vorschau-Pressekonferenz zur Frankfurter Buchmesse statt. Im Mittelpunkt standen die Themen: internationale Vielfalt, 70 Jahre Menschenrechte, boomendes Lizenzgeschäft, Ehrengastland Georgien, Künstliche Intelligenz im Buchmarkt.
Alle diese Themen und mehr behandelt auch der Schwerpunkt „Lesen Sie?! – Der deutsche Buchmarkt“ in der aktuellen Ausgabe von Politik & Kultur 5/18. Autorinnen und Autoren sind u. a.: Juergen Boos, Nina George, Anna Korsaia-Samadaschwili, Christoph Links, Alexander Skipis,  Jacks Thomas, Olaf Zimmermann.


Vorankündigung Frankfurter Buchmesse : Welt im Umbruch - Die verblassende Strahlkraft des Westens

Politische, ökonomische und soziale Rahmenbedingungen verändern sich derzeit rasant und mit kaum absehbaren Folgen für das internationale Machtgefüge. Liberal-demokratische Werte und die Idee der offenen Gesellschaft scheinen dabei an Attraktivität zu verlieren. Ein Gespräch mit Perspektiven aus Literatur, regionaler Expertise und Außenkulturpolitik fragt nach dem Umgang mit neuen Herausforderungen in einem internationalen „Wettbewerb der Narrative“.

  • Frankfuter Buchmesse,
  • Weltempfang Bühne (Halle 4.1 B 81),
  • 10.10.2018 16:30 - 17:30 Uhr
Eine Diskussionsrunde mit:
  • Juergen Boos (Frankfurter Buchmesse, Direktor)
  • Dr. Andreas Görgen (Auwärtiges Amt, Ministerialdirektor, Leiter der Abteilung Kultur und Kommunikation )
  • Christiane Hoffmann (Journalistin und stellvertretende Leiterin im Hauptstadtbüro des Spiegel)
  • Jürgen Kaube (Journalist und Mitherausgeber der FAZ)
  • Olga Martynova (Autorin und Lyrikerin, Trägerin des Bachmann-Preises 2012, zuletzt erschien „Über die Dummheit der Stunde" )
  • Olaf Zimmermann (Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates )


Einladung: Mythos Unabhängigkeit - jede Meinung hat ihren Preis

16. Oktober 2018, 10 Uhr, Landesvertretung Sachsen-Anhalt, Luisenstraße 18, 10117 Berlin

Unabhängig erzählen, dokumentieren, berichten oder interpretieren ist Voraussetzung für die freie Meinungsbildung in unserem Land. Denn finanzielle Unabhängigkeit ermöglicht es, audiovisuelle Medien frei von Einflussnahme herzustellen und vielfältige Sichtweisen darzustellen. Doch wie frei können Drehbuchautoren, Filmproduzenten, Gamesentwickler und TV-Sender heute tatsächlich schreiben, produzieren und vermarkten? Wie werden audiovisuelle Medien finanziert und welche Kompromisse müssen ihre Macher dabei eingehen?
Mit Julia Piaseczny, Sprecherin Deutscher Medienrat; Dr. Michael Schneider, Staatssekretär und Bevollmächtigter des Landes  Sachsen-Anhalt beim Bund; Prof. Christian Höppner,  Präsident des Deutschen Kulturrats; Prof. Dr. Klaus Schaefer; Peter Henning; Kai Wiesinger; Vreni Frost; Prof. Karl Karst, WDR zur Perspektive des öffentlich-rechtlichen Rundfunks; Dr. Thorolf Lipp; Harald Krewer; Linda Kruse; Borjana Gaković; Karsten Stöter; Janine Jackowski, Komplizen Film; Elisabeth Motschmann,  kultur- und medienpolitische Sprecherin CDU/CSU-Fraktion; Martin Rabanus, kultur- und medienpolitischer Sprecher SPD-Fraktion; Pim Richter,  Drehbuchautor; Rainer Robra,  Staats- und Kulturminister Sachsen-Anhalt; Jan Herchenröder, Sprecher Deutscher Medienrat.

Das Programm der Veranstaltung kann hier geladen werden.
Der Deutsche Medienrat bittet um Anmeldung bis zum 12. Oktober 2018 an anmeldungen@deutschermedienrat.de.



Vorankündigung: Wachgeküsst - 20 Jahre neue Kulturpolitik des Bundes 1998-2018

Im Oktober 2018 wird die Bundesbehörde "Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien" 20 Jahre alt. Ende der 1990er Jahre als neue Behörde gegründet und organisatorisch an das Bundeskanzleramt angebunden, musste sie ihren Platz erst fnden. Es ging einerseits darum, eine eigene Position mit Blick auf die Länder und deren sogenannter Kulturhoheit zu entwickeln und andererseits im Konzert der Bundesministerien zu einer eigenen Stimme zu finden und insbesondere mit Blick auf die Gesetzgebung zu einem eigenständigen Akteur zu werden. Das am 17. Oktober erscheinende Buch beschreibt diesen Weg.

Wachgeküsst - 20 Jahre neue Kulturpolitik des Bundes 1998-2018
Hg. v. Olaf Zimmermann
Redaktion: Gabriele Schulz
ISBN 978-3-947308-10-1,
492 Seiten, Fadenbindung

Wachgeküsst - 20 Jahre neue Kulturpolitik des Bundes 1998-2018
Mit Beiträgen von Simone Barrientos, Gerhart Baum, Gabriele Beger, Frithjof Berger, Maria Bering, Sigird Bias-Engels, Carsten Brosda, Johann-Hinrich Claussen, Gitta Connemann, Hartmut Dorgerloh, Hartmut Ebbing, Felix Falk, Alexander Farenholtz, Jörg Freese, Frank Frischmuth, Max Fuchs, Katharina Görder, Dieter Gorny, Rupert Graf Strachwitz, Monika Griefahn, Erhard Grundl, Monika Grütters, Kathrin Hahne, Hans Gerd Hannesen, Klaus Hebborn, Markus Hilgert, Benjamin-Immanuel Hoff, Christian Höppner, Hans Jessen, Marc Jongen, Karl Jüsten, Susanne Keuchel, Jakob Johannes Koch, Martin Maria Krüger, Klaus-Dieter Lehmann, Melanie List, Uwe Lübking, Gilbert Lupfer, Aiman Mazyek, Udo Michallik, Regine Möbius, Elisabeth Motschmann, Michelle Müntefering, Michael Naumann, Bernd Neumann, Uwe Neumärker, Knut Nevermann, Julian Nida-Rümelin, Hans-Joachim Otto, Hermann Parzinger, Isabell Pfeiffer-Poensgen, Gerhard Pfennig, Jan-Ole Püschel, Heike Raab, Martin Rabanus, Stefan Rhein, Claudia Roth, Günther Schauerte, Oliver Scheytt, Wolfgang Schneider, Barbara Schneider-Kempf, Barbara Seifen, Charlotte Sieben, Norbert Sievers, Robert Staats, Wolfgang Thierse, Isabel Tillmann, Matthias Theodor Vogt, Hortensia Völckers, Matthias Weber, Christina Weiss, Günter Winands und Olaf Zimmermann



Wenn Sie diese E-Mail (an: unknown@noemail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier abbestellen.

Deutscher Kulturrat e.V.
Taubenstr. 1
10117 Berlin

Web: www.kulturrat.de
E-Mail: post@kulturrat.de

Tel: 030-226 05 28-0
Fax: 030-226 05 28-11

Verantwortlich:
Olaf Zimmermann,
Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates